Skitour Schiberg

Südgipfel über Furgge

Der Schiberg. Ein zweigipfeliger Koloss, der über einen langen Gipfelgrat Nord- und Südgipfel miteinander verbindet. Bei guten Verhältnissen und guter Spur weist die Überschreitung nur an einer Stelle eine kurze Hürde auf, ansonsten stapft man mit den Ski am Buckel aussichtsreich oben entlang. 

 

Doch momentan liegt einfach zu wenig Schnee und der südseitige Anstieg, egal ob Süd- oder Nordgipfel, trägt sein übriges zur Schneearmut bei. Leider treten besonders im oberen Teil bereits viele Steine aus der Schneedecke hervor und einige mehr lauern direkt unterhalb um den Skibelag aufzuschlitzen. Der Karrenfels ist zwar wunderbar zum Anschauen und bildet interessante Formen und Gestalten, doch er kann dem Ski auch so richtig zusetzen.

 

Wir entscheiden uns daher ab der Alp Hohfläschen nicht über die steilen Südhänge von Tschingelaufzusteigen, sondern noch ein Stück weiter taleinwärts zu marschieren und mehr oder weniger dem Sommerwanderwegverlauf über Hohfläschenmatt bis zur Furgge zu folgen. Von dort sind es noch 140Hm ohne Ski, zum Glück war bereits eine Spur mit tiefen Tritten vorhanden, sonst wär es noch recht anstrengend geworden.

 

Wer später startet ist gewöhnlich von weniger Tourengehern umzingelt. Bereits am Parkplatz konnten wir allerdings schon feststellen, dass der Andrang sich heute in Grenzen halten wird, 3 Autos für einen Sonntag ist schon mager. Bei der Abfahrt schliesslich wussten wir um den geringen Andrang Bescheid, der Genuss hielt sich in Grenzen, der Skibelag malträtiert. Nicht jeder hat einen Steineski im Keller stehen...

Nordgipfel über Fanenhöli

Wo wir beim Südgipfel fast etwas zu spät dran waren und im tiefen Sulz ständig auf den spitzen Karrenfels stiessen, war ich heute bei Nordgipfel zu zu früher Stunde unterwegs. Die glasige Spur im Anstieg liess mich mehrmals den Boden küssen und die harten Furchen der Skispuren bei der Abfahrt, die noch nicht aufgeweicht waren, schüttelten Körper und Geist gehörig durch. Nunja, man muss eben auch genügsam sein und ein neuer Gipfel ist immer lohnend, oder?

 

Bei den ersten Gebäuden von Hohfläschen zweigt die Spur nach links ausholend im grossen Bogen ab. Es geht auf den Rücken, der sich später fast als Grat entpuppt und einen gewissen Anspruch an die Aufstiegsfähigkeiten verlangt. Im teils dicht bewachsenen Wald und mit glasiger Spur ein mühsames Unterfangen. Dafür gewährt der Anstieg im oberen Teil schöne Tiefblicke auf den Wägitalersee.

 

An geeigneter Stelle quert die Spur schliesslich ohne Höhenverlust in die Mulde der Fanenhöli hinein um schliesslich am Ende der Mulde ein Skidepot errichten zu lassen und der Tourengeher wählt den Fussanstieg zum höchsten Punkt, den Nordgipfel des Skibergs, den ein Steinmann ziert.

 

Zur Abfahrt folge ich dem linken Rand der Mulde, einige Schwünge im Pulverschnee gehen sich aus, bevor der Bruchharsch mir jedesmal jäh aufzeigt, dass ich nicht mit Ski an den Füssen geboren wurde. Im unteren Teil wird die Mulde von vielen Blöcken versperrt und der Wald wird dichter. Mit geschickter Routenwahl liessen sich aber auch hier noch schöne Schwünge im Pulver finden, ich hielt mich immer links im Abstiegssinne.

 

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Patricia Schanne, MSc

Tiroler Bergwanderführerin

/Wanderleiterin SBV

und Sportwissenschafterin

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