Plaisirklettern rund um Ailefroide

Das ganze Écrins-Massiv ist nicht nur unendlich weit entfernt, sondern auch unendlich schön und somit die lange Anreise in den Nationalpark mehr als lohnend! Für den Kletterer schlagen dort zwei Herzen, eines im Westen (rund um la Bérarde) und eines im Osten (rund um Ailefroide). Zwei Gebiete, die auf der Karte ganz nahe beisammen liegen, in der Realität aber nur über einen mega Umweg mit dem Auto verbunden werden können.

 

Durch die Abwesenheit von Bergbahnen und sonstigen scheusslichen menschlichen Eingriffen in die Natur zeigt sich das Gebiet um Ailefroide in seiner ursprünglichen Schönheit. Abgeschieden und ab September fast menschenleer mit der Kehrseite, dass viele Geschäfte, Unterkünfte und Bars bereits geschlossen sind, eröffnen sich dem Naturliebhaber und Geniesser die schönsten Ansichten des Écrins. In der spätsommerlichen Sonne (Regen ist hier ein Fremdwort) leuchten die farbigen Felsen in Pastelltönen, Murmeltiere sonnen sich unerschrocken auf den Wanderwegen und das Geniesserherz schlägt beim Blick in den Kletterführer gleich doppelt hoch. 

 

Doch die Crux: wo nur anfangen bei der Vielzahl an 4 und 5 Sternrouten?

 

Mit dem Topoguide im Gepäck und dem Cambon-Führer sollte eigentlich nichts schiefgehen. Doch wie so oft fallen wir zum Auftakt der Kletterwoche gleich zweimal rein, man sollte ein Topo eben genau studieren und nicht blindlinks den blinkenden Bolts folgen. Neue Routen, die noch nicht im Führer veröffentlicht sind können die Wege kreuzen...

 

Doch auch mit diesem Übel und klassischen Anfängerfehler können wir schliesslich umgehen und klettern in den folgenden Tagen wunderschöne Genussrouten, die hauptsächlich im Grad 5c angesiedelt sind. Selten habe ich ein Gebiet kennengelernt, das von einem Erschliesser durch die Bank mit perfekt platzierten Bohrhaken ausgestattet wurde. Dazu feinsäuberlich geputzt und gereinigt, lose Blöcke festgeschraubt und mit eigenen Abseilpisten ausgestattet. Die kurzen Zustiege von 10-20min. tragen zum Rundumpaket Plaisir ebenso bei, wie die Homogenität der Routen. Ein Paradegebiet zum Plaisirklettern.

 

Der Fels in Ailefroide ist unheimlich rauh und man gewöhnt sich schnell ans Reibungsklettern, obwohl es selten so richtig plattig ist. Und wenn das Wetter doch einmal unsicher sein sollte, Klettergärten und viele Boulderblöcke ziieren das Tal rund um Ailefroide. Es gibt wenig nordseitiges, dafür umso mehr südost- und westseitige Routen, so dass entweder am Morgen und/oder am Nachmittag im Schatten geklettert werden kann. 

 

 

gekletterte Routen

  • Fissure d'Ailefroide (nordseitig): Snoopy direct
  • Pilier des Violettes: ils y passeront tous und la part des anges
  • Pounche Hermine: Serfouettes Express
  • Premières pointe de Palavar: little Palavar
  • Orage d'Etoile: Rivière Kwai
  • schöner Klettergarten direkt beim Wiesenparkplatz, Empfehlung "Superflux"

 

Unterkunft:

wir haben ein komfortables Apartment in Pelvoux gemietet (Studio le grand Pelvoux, le Fangeas, 05340 Pelvoux, bertrand.refabert[at]orange.com). Für diejenigen, die gerne Campen, bietet sich der perfekt gelegene Camping in Ailefroide an. Es gibt auch einige B&B mit der Option auf HP. 

 

Verpflegung:

kleine (teure) Supermärkte gibt es in Ailefroide, Pelvoux und Valloise. Für den Grosseinkauf lohnt es bis nach Argentières-la-Bessée oder sogar Briancon zu fahren.

Eine sehr gute Bäckerei ist in Les Vigneaux (direkt an der Hauptstrasse). 

 

Sonstiges: 

In Monétier-les-Bains gibt es ein Wellnesstempel, viele Kletter- und Sportgeschäfte in Briancon. Bargeld mitnehmen, ein Bancomat ist in Argentière-la-Bessée und nicht vergessen noch in Briancon das Auto voll zu tanken!

 

Wer die Fahrerei nicht scheut, findet im Umkreis von 1h Fahrtzeit auch geniale Kalkklettereien, aussichtsreiche Höhenwege zum Wandern und natürlich knackige Gipfel zum Bergsteigen, Klettern und für Skyruns!

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gesundes-wandern.com

Patricia Schanne, MSc

Tiroler Bergwanderführerin

/Wanderleiterin SBV

und Sportwissenschafterin

info@gesundes-wandern.com