Skisafari Meiental: Bächenstock, Zwächten, Krönten

Schön, wer die Chance hatte, diese fantastische Schönwetterphase in dieser Woche zum Tourengehen nutzen zu können. Stabile Verhältnisse, erste Frühjahrsbedingungen mit griffigem Firn und cruisigem Sulz, eher kühle Temperaturen, gigantische Fernsicht. Ich bin dankbar, dass ich innerhalb einer Woche 4 äusserst geniale Skitouren machen durfte. Eindrückliche Momente, die mir sicherlich noch lange ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden. 


Und heute zum Abschluss eine Kombi, die mir 2 neue Gipfel im Meiental bescherte. Viele klassische Tourenziele bleiben dort leider nicht mehr übrig, aber sie sind es definitiv alle miteinand wert wiederholt zu werden...


Durch den ruppigen Fährnigenwald lief es sich auf breiter Schneeschuhspur recht passabel, anschliessend eröffnet sich unterhalb der Seewenhütte die Seewenalp, ein sonniger Kessel, der mit 2 Steilstufen gespickt zum Seewenzwächten leitet. Dank guter Spur erreichten wir zügig das Skidepot unterhalb der Zwächtensüdwand, welches heute weiter westlich lag. Wir satteln die Ski und stapfen unproblematisch zum Bächenstockgipfel über den Südwestgrat. Herrlich, unser Blick schweift rundum, die weiteren Gipfelziele im Visier.


Mit Fellen auf den Ski rutschen wir mehr schlecht als recht vom Sattel 20m unterhalb des Gipfels über das grosse Firnfeld, traversieren den Fels-Wächtengrat nordwärts hinüber, bis wir wieder auf der breiteren Autobahn zum Zwächtenaufstieg gelangen. Und siehe da, wir treffen auf Lilian in Begleitung zweier Freundinnen, die gerade rasten. Das nennt sich Timing. Sie sind über den "Normalweg" zum Zwächten gekommen, heute mit guter Trittspur auf der steilen Rampe. Ihnen steht die Freude über den herrlichen Tourentag ins Gesicht geschrieben. Schön ists in diesem Moment gemeinsam dort oben zu stehen!


Vom Zwächten eröffnet sich der Blick zum Gross Spannort, ein formschöner Gipfel, unverwechselbar, auch von Weitem. Wir düsen hinunter zum Glatt Firn, umfahren den Schneehüenerstock. Noch verbindet keine Spur Zwächten und Spannort, Spurarbeit ist nötig, aber wir gelangen bald auf die Aufstiegsroute von der Kröntenhütte. Mehr schlecht als recht rammen wir Ski um Ski in die harte Flanke. Später am Kamm lassen wir die Ski zurück und stapfen den langen Weg hinauf bis zu den 2 Türmen, welche den Kröntengipfel bilden. Mit Bedacht klettere ich nordseitig über eine griffige, aber steile Verschneidung bis zum Gipfelkreuz. Nummer 3 für heute ist in der Tasche:-)


Dass der Rückweg nochmals mühsam werden wird, dessen waren wir uns durchaus bewusst, Doch er wurde mühsamer als gedacht, ohne Spur, über Windgangeln und dann nochmals den steilen Hang unterhalb des Zwächten traversierend. Ist es die Höhe oder einfach dann doch der Umstand, dass wir schon geraume Zeit auf den Füssen sind? Egal, irgendwann ist der höchste Punkt erreicht, Pause, Rasten, Energiespeicher zum letzten Mal auffüllen. Die steile Rampe hinab zum Rossfirn erweist sich in perfekten Bedingungen, Firn ziiert die Juzfad und weiter unten dann auf Höhe Rotgand reihen sich sulzige Schwünge aneinander.


Ein Sonnentag vom Feinsten, der vom perfekten Timing lebte. Sonne beim Anlegen der Skitourenschuhe bis zum Ausziehen der stinkigen Tourenschuhe 7 Stunden später. Dass wir dann doch nicht ganz unfehlbar sind, zeigt sich uns, als das nette Bäsebeizli in Meien leider schon im Schatten liegt. Aber wir kommen ja wieder, ganz bestimmt!

Und noch ein paar Bilder von Christoph:

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Patricia Schanne, MSc

Tiroler Bergwanderführerin

/Wanderleiterin SBV

und Sportwissenschafterin

info@gesundes-wandern.com