klettern am Furkapass, Hannibalturm

Der Zentralschweizer Aaregranit ist einfach vom Besten! Diesmal davon gekostet am leicht erreichbaren Hannibalturm oberhalb der Furkapassstrasse. Schweiz á la plaisir, was viele Leute am sonnig heissen Sonntag zu schätzen wussten. Doch da der Fels bombenfest, die Standplätze in der Regel geräumig und die Routenauswahl gross ist, lässt sich auch dieser Umstand verschmerzen.

 

Die Conquest of Paradise von Jürg von Känel aus dem Jahre 1995 ist wirklich ein Prunkstück des Plaisirkletterns. Homogene Schwierigkeiten, genüsslich zu klettern, da ständig ein Silberling blinkt und exzellenter, abwechslungsreicher Fels machen diese Tour zum Megaklassiker am Furka. Plattiger Fels zum Einstieg, gefolgt von Wahnsinns-Quarzadern, an denen traversiert, gezogen und einfach nur gestaunt wird. Kurze Stelle mit Rissüberhang wird abgelöst von griffigen Schuppen, eine Rissverschneidung folgt auf fantastisch geformte, rauhe Rampe. Es wird wirklich alles geboten, Knubbel zum Stehen und Greifen, Schüppchen, Käntchen, Risse und Henkel zum Anreissen, dann wieder wenige Meter plattiges Gelände mit Reibungstritten und Balance-Klettern.

 

Zum Abschluss sticht ein perfekter Riss ins Auge, der zwar zur Fam Knie gehört, wir uns seiner Anziehungskraft einfach nicht entziehen können. Jeden Meter glänzt ein Bolt, so dass auch der weniger geübte Risskletterer einen Versuch wagen kann. Doch Vorsicht, der Mega-Pump in den Unterarmen ist garantiert: zum Steigen nix, zum Greifen, naja, 2 schlechte Fingerklemmer zum Anfang, dann bissl Piaz, Pressen, Spannung halten, Atmen nicht vergessen, wieder höher Steigen, im Nichts stehen, Atmen, Spannen, ufff, ein etwas besserer Griff. Aber von Ausrasten, Fehlanzeige, lediglich zum Nachchalken geeignet. Dann folgen elegante Bewegungsmoves zwischen 2 Rissen, Rasten, immer noch Fehlanzeige, erst bei einem schmalen Bankl lässt es sich durchatmen. Und das ist bitter nötig, der Ausstieg bildet ein kleiner Überhang, der einen plättend weiten Move zu aller Letzt verlangt und ein Überklettern an 2 Leisten. Geile Seillänge! Harry hat sie beim Abseilen gleich ein zweites Mal noch im Toprope versucht.

 

Der krönende Abschluss bildet dann die rote Bank auf dem Gipfelplateau des Hannibalturm, dort lässt es sich famos rasten und neue Touren planen.

 

 

Super schauen auch die anderen Touren am Hanibalturm aus: Kassästurz zur Rechten, Fam Knie zur Linken. Elefantenrüssel, Honeymoon,...wir kommen wieder!

 

 

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Patricia Schanne, MSc

Tiroler Bergwanderführerin

/Wanderleiterin SBV

und Sportwissenschafterin

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