Dolomiten, Grödner und Sella

Brunecker Turm, "Ottovolante"

Um der Hitze zu entfliehen, zog es uns dieses Wochenende in die schattigen Dolomitenwände. Erste Wahl war der Brunecker Turm beim Grödner Joch. 11 Seillängen durchziehen dort die NO-Wand, ganz gut eingerichtet, jedoch nicht überbohrt. Der schwammig steile Fels der "Ottovolante" verspricht auf etlichen Seillängen Hochgenuss, selbst die leichteren Längen bieten festen Fels. Die meiste Kletterei spielt sich an fantastischen Löchern ab, der zerfressene Fels eröffnet einem eine rießige Griff- und Trittauswahl. Besonders im oberen Teil muss man des Öfteren Bohrhaken suchen, am besten immer weiter klettern, irgendwann kommt dann schon wieder was;-)

 

5 Sterne Tour!

Mur Occidentale de Pisciadu, "Aquafun"

Da uns das Gebiet am Vortag so gut gefallen hat, entschieden wir uns heute für eine weitere Tour im rechten Teil des Felsstockes. Die Aquafun führt ebenfalls über löchrig steilen Fels zu Anfang, allerdings müssen dann ein paar leichtere Schrofen überwunden werden. Lässig graue Platten folgen, Löcher wechseln mit Leisten, bevor wiederum eine Seillänge Schrofen und Seiltransport zur Headwall führt. Die Absicherung lässt genüssliches Höhersteigen auch in den letzten Längen zu und so erreichen wir schon recht bald das Gipfelplateau.

 

Wir haben uns bei dieser Tour an das Topo des Topoguide Band 1 gehalten, passt ganz gut. Auf Keile und Friends kann man getrost verzichten, dafür sind Verlängerungsschlingen goldwert. Auch diese Tour ist ganz nett, reicht aber nicht an die Ottovolante heran, doch für den Schwierigkeitsgrad wirklich nett. Schöne Seillängen werden durch kurze Schrofenpartien aneinandergereiht und ergeben so ein Ganzes.

 

 

1. Sellaturm, "Delenda Carthago"

Nachdem wir bereits zu Mittag wieder am Auto waren und der Himmel noch kein einziges Wölkchen zeigte, beschlossen wir am Sella Pass eine weitere Genusstour dranzuhängen. Die "Delenda Carthago" führt durch die Südwand des 1. Sellaturmes, zwischen "Trenker-Verschneidung" und "Schober". Nach dem alpinen Rampeneinstieg folgt eine recht anhaltende Wandkletterei an Leisten und Löchern in gelblich-rötlichem Fels, Super! Auch die restlichen 4 Längen bieten genialen Fels in aussichtsreichem Ambiente. Nur die Bohrhakenplatzierung lässt zu wünschen über. Die schwierigeren Stellen sind klettergartenmäßig abgesichert, dazwischen mal wieder längere Zeit nix, bzw. führt die Behakung "mit der Kirchen ums Kreuz". Da lässt man besser ab und an den Haken aus zwecks Minimierung der Seilreibung, die Seillängen sind zwar kurz, aber dennoch...

 

Schöne Nachmittagstour mit kurzem Zustieg und komfortablem Abstieg an pipifeinem Fels!

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gesundes-wandern.com

Patricia Schanne, MSc

Tiroler Bergwanderführerin

/Wanderleiterin SBV

und Sportwissenschafterin

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